Kaninchen, Meerschweinchen und Co. - Abgaben häufen sich dramatisch
Die Gründe hierfür sind genauso vielfältig wie einfallsreich: Allergien und Umzüge stehen ganz oben auf der Skala, dicht gefolgt von Argumenten wie "die Kinder kümmern sich nicht mehr darum", man habe keine Zeit mehr oder es fehle nun einfach in der neuen Wohnung der Platz für den Käfig. Auch durch Unachtsamkeit oder Unwissenheit gezüchteter Nachwuchs landet sehr häufig im Tierheim, denn schnell wächst den Besitzern die Anzahl der Tiere über den Kopf.
Viele Abgabetiere kommen zudem aus nicht artgerechter Einzelhaltung zu uns. Kaninchen mit Fehlstellungen der Zähne, die kaum mehr in der Lage sind selber Nahrung aufzunehmen, Meerschweinchen mit starkem Milbenbefall oder Tiere, deren Krallen durch Bewegungsmangel schon im Kreis gewachsen sind, sind keine Seltenheit.
In den letzten Jahren verzeichnen die Tierheime einen dramatischen Anstieg bei den zu vermittelnden Kleintiere. Zusätzlich zu den Abgabetieren ist auch die Zahl der ausgesetzten Tiere stark angestiegen. Immer wieder werden Kaninchen und Meerschweinchen einfach in Feld und Wald laufen gelassen. Die Überlebenschance der Tiere beträgt hierbei meist nur wenige Tage denn für Fuchs und Marder sind die unbedarften Tiere eine leichte Beute.
Oft werden Kleintiere statt Hund oder Katze für die Kinder angeschafft. Aber auch hier gilt: die Verantwortung für die richtige und artgerechte Versorgung müssen die Eltern übernehmen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Kinder oft relativ schnell das Interesse an den Tieren verlieren und es ist die Aufgabe der Eltern weiterhin für das Wohlergehen der Haustiere zu sorgen. Immer wieder erstaunt es uns auch, dass die Halter nur wenig bis gar nichts über die Bedürfnisse und Haltungsanforderungen ihrer Tiere wissen. So werden beispielsweise unkastrierte männliche Kaninchen zusammen gehalten und man wundert sich dann, dass die Tiere heftige Kämpfe austragen, Meerschweinchen die eigentlich in großen Gruppen leben, verkümmern in kleinen Käfigen als Einzeltiere, genauso wie Wellensittiche und Kanarienvögel.
Wir würden uns wünschen, dass die Anschaffung eines Kleintieres genauso überlegt und bewusst vorgenommen wird, wie die Anschaffung von Hund oder Katze. Auch diese Tiere haben das Recht auf ein artgerechtes und gesundes Leben, auch diese Tiere empfinden Schmerzen und Einsamkeit, nur können sie sich nicht ausdrücken und leiden still vor sich hin. Um so wichtiger ist es sich gut über sein neues Haustier zu informieren und abzuwägen ob alle Haltungsbedingungen erfüllt werden können.
Ein weiterer Trugschluss ist, dass Kleintiere kaum Kosten verursachen. Die tierärztliche Versorgung von kranken Kleintieren kann recht teuer werden. Für die Tierschutzvereine ist dies eine erhebliche finanzielle Belastung, viele Tiere müssen nach der Übernahme kastriert, geimpft oder anderweitig tierärztlich versorgt werden.
Falls sie sich nach Abwägung aller Für und Wieder doch entscheiden sollten ein Kleintier aufzunehmen, besuchen sie doch bitte erst einmal den Tierschutzverein in ihrer Nähe. Hier warten sicherlich wie auch bei uns viele Tiere auf ein neues Zuhause. Wir beraten sie gerne und informieren sie über die Bedürfnisse der verschiedenen Tierarten. Zur Zeit warten im Tierheim Filderstadt viele Kaninchen, mehrere Degus, drei Ratten und ein Frettchen auf ein neues Zuhause.
Trotz neuem Kleintierhaus sind unsere Kapazitäten was die Aufnahme von Kaninchen angeht im Moment total erschöpft. Wir können deshalb zur Zeit nur absolute Notfälle aufnehmen und bitten sie bei Abgabefällen um etwas Geduld. Gerne setzen wir sie auf eine Warteliste und melden uns bei Ihnen sobald eine Aufnahmemöglichkeit besteht.
Aktuelles
Termine für 2012:
Das Sommerfest im Tierheim Filderstadt wird am 17.06.2012 stattfinden. Wir freuen uns über jeden Besucher :-) Wie immer wird es leckeres Essen, Vorführungen und interessante Informationen zum Tierschutz geben. Alle Einnahmen kommen natürlich direkt unseren Tierheim-Bewohnern zugute. Für alle, die gerne langfristig planen: Das Herbstfest findet am 16.09.2012 statt.